1001nacht

Scheich-Zayid-Moschee – Der letzte Wunsch eines Scheichs

In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, steht dieses weiße Gotteshaus wie in einem Märchen aus 1001 Nacht.

 

Die Scheich-Zayid-Moschee sollte als Abbild des Paradieses errichtet werden. Der Scheich gab den Architekten und Baumeistern konkrete Anweisungen, die er aus Paradies-Beschreibungen aus dem Koran entnommen hatte. Und tatsächlich mutet die prächtige weiße Scheich-Zayid-Moschee in der Farbe des Friedens wie ein paradiesisches Märchen an, wie eine Fata Morgana im Wüstenstaub.

Skylines der Moderne

Vor 1999 gab es in Dubai kein einziges Hochhaus mit einem Maß höher als 200 Meter. Heute ist das Burj Khalifa mit einer Höhe von 828 Meter das höchste Bauwerk der Welt und besitzt weltweit mit einer Anzahl von 189 Stück auch die meisten Stockwerke, darunter in Etage 163 auf 638 Meter das höchstgelegene genutzte. Die Bauzeit dieses Giganten der Statik betrug lediglich fünf Jahre. Die benachbarten Hochhäuser im Bild machen die immense Höhe des Gebäudes greifbar.

 

 

 

 

 

 

Ein Design der Moderne verleihen Dubai und auch den anderen Emiraten besondere Skylines. Entstanden in nur 20 Jahren unter technischen Höchstleistungen, erheben sich architektonische Unikate über der ringsum unendlich scheinenden Wüste. Die Dimensionen beeindrucken, auch wenn man sie nicht gutheißen muss.

  

Villa Baltic

Vor 100 Jahren direkt am Strand gebaut, mit einem grenzenlosen Blick über die Ostsee, glänzte die neobarocke Villa Baltic 1910 mit Marmor, mit säulengestützter Veranda, mit Erkern, Türmchen und dem reich verzierten Giebel.

Im Ursprung ein Privathaus, wird das Anwesen als Nachlass 1931 ein Erholungsheim für jüdische Akademiker. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 diffamieren diese die Villa zum ‚Judenschloss‘, enteignen die Immobilie und nutzen sie als Gästehaus für die Naziführung. Nach Kriegsende dann kurz russisches Lazarett, wird es später von der DDR vereinnahmt. Erst Jahre nach der Wende erfolgte die Rückgabe an die rechtmäßigen Eigentümer. In der Folge wechselnde Investoren mit Ideen, die bisher nie umgesetzt werden konnten. Das erhabene Gebäude verfällt zusehends.

So verströmt der Bau heute statt prachtvoller Erhabenheit eine morbide Melancholie.

Die hohen Fenster sind mit Sperrholz vernagelt, die Wände im Erdgeschoss mit Graffiti besprüht, aus der Balkonbalustrade ist das mittlere Stück herausgebrochen. Ich spüre schon einen Stich ins Herz, jedes mal wenn ich die Villa Baltic in ihrer verborgenen Schönheit sehe. Ich würde diesen Lost Place gerne einmal mit meiner Kamera festhalten. Aber ich betrete nur ungern abgesperrtes Terrain.