Berg-Ahorn

Bäume sind Gedichte,
die die Erde
in den Himmel schreibt.

Khalil Gibran

Wohin man schaut, ein Ahornbaum. Die Bergahorne wurden 1927 zum Naturdenkmal erklärt. Damit dürfen auch tote Bäume nicht gefällt werden. Im Tal formen über 2.000 Berg-Ahornbäume einen lichten Wald. Diese botanische Rarität erstreckt sich über eine Fläche von 240 Hektar! Ahornbäume jeden Alters, von jungen Keimlingen bis zu 600 Jahre alten Baumriesen.

Der Anblick des Bergpanoramas und dieser endlosen Fläche an goldenen Ahornbäumen ist einfach nur traumhaft schön. Und die 15 Kilometer lange Mautstraße ist wohl die einzige und schönste Sackgasse von Deutschland nach Österreich.

ENG ALM

Und auf 101 Almen gibt es Sommerfrische für 7400 Rinder, dazu Pferde, Schafe, Schweine und Ziegen. Der Naturpark Karwendel bemüht sich die Almwirtschaft zu unterstützen. Die ENG ALM ist die größte Melk-Alm des Landes. Hier wird die weidefrische Milch an Ort und Stelle zu Butter und Käse verarbeitet, die dann an die Almbesucher in der Rasthütte verkostet oder im Bauernladen verkauft werden Abseits der Hektik, in einem der schönsten Gebiete des Alpenraums gelegen, hat das größte Almdorf Tirols viel von seiner Ursprünglichkeit beibehalten.

Das Almdorf liegt direkt am botanisch-einmaligen Ahornboden auf 1250 m Seehöhe, hat eine Ausdehnung von insgesamt 510 Hektar und ist nur über eine Mautstraße mit anschließender kurzer Wanderung zu erreichen.

Karwendelmassiv

Der Naturpark Karwendel umfasst beinahe das gesamte Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von über 700 Quadratkilometern das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Östereichs. Aufgrund der klimatischen und topografischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über viele natürliche Lebensräume wie Urwälder und Wildflüsse.

Kreuzweg Madonna della Corona


Zu der Felsenkirche Madonna della Corona führt ein Kreuzweg mit lebensgroßen ausdrucksstarken Bronzefiguren. 

I. STAZIONE

Jesus wird zum Tode verurteilt

II. STAZIONE

Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

III. STAZIONE

Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuz

IV. STAZIONE

Jesus begegnet seiner Mutter, Maria

V. STAZIONE

Simone di Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

VI. STAZIONE

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

VII. STAZIONE

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

VIII. STAZIONE

Jesus begegnet den weinenden Frauen

IX. STAZIONE

Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz

X. STAZIONE

Jesus wird seiner Kleider beraubt

XI. STAZIONE

Jesus wird an das Kreuz genagelt

XII. STAZIONE

Jesus stirbt am Kreuz

XIII. STAZIONE

Jesus wird vom Kreuz abgenommen

XIV. STAZIONE

Jesus wird ins Grab gelegt

XV. STAZIONE

Die Auferstehung

Wallfahrt Madonna della Corona


Auf der Ostseite des Monte Baldos nahe Spiazzi liegt einer der höchstgelegenen kleinen Wallfahrtsorte Italiens, die Madonna della Corona.
Die Felsenkirche ist schon um 1522 mit ein paar Häusern an eine Felswand gebaut worden. Die Kirchenwand zum Felsen hin ist fast frei, so dass die Felsenwand in das Innere der Kirche ragt. Ein wunderbarer Ort.

Piramidi di Terra ~ Erdpyramiden

Zu dieser Südtiroler Hochebene gehören auch an mehreren Orten Erdpyramiden. Ich hatte noch nie von Erdpyramiden gehört. Nahe Lengmoos auf einem Wanderweg hat man einen guten Blick auf diese bizarren Erdformationen, wenn auch weit weg und ohne Teleobjektiv nicht scharf einzugefangen. Die Rittner Erdpyramiden, beeindruckend und faszinierend.

Denn Erdpyramiden stellen ein einzigartigstes geologisches Phänomen dar. Sie entstehen unter ganz besonderen Bedingungen. Es braucht einen lehmigen, feinkörnigen Untergrund, in dem auch größere Steine, schon in der Eiszeit dort hingetragen, eingebettet sind. Vorrangig Moränenablagerungen, die bereits zu einem bestimmten Grad verfestigt sind und sich in einer windgeschützten Lage im steilen Gelände befinden. Die klimatischen Voraussetzungen sind starke Regenfälle, die sich mit längeren Trockenphasen abwechseln. 

Das Regenwasser spült immer tiefer werdende Rillen in den Hang und während der Trockenzeit härtet das Material aus. Ein Gesteinsblock, der durch dieses Auswaschen freigelegt wird, bildet ein Dach, den Hut, für darunter liegendes Erdmaterial. Im Laufe von mehreren tausenden Jahren wird dann ein Kegel geformt und die Erdpyramide entsteht. Ihr Aussehen unterliegt dem kontinuierlichen Einfluss der Witterung, die die Verdünnung der Pyramide weitertreibt und irgendwann verliert der Deckstein sein Gleichgewicht und stürzt herab. Damit beginnt das langsame Ende der Erdpyramide. Dem Regen ausgeliefert, wird sie immer dünner und kleiner, bis sie schließlich ganz verschwunden ist, während im dahinter liegenden Gelände neue Pyramiden entstehen.

Am Seerosenteich

Frühmorgens am ruhigen Seerosenteich,
 die Nebel noch auf dem Wasser liegen,
im zauberhaften Libellenreich
öffnen die zarten Seerosen ihre Blüten.

Die Sonne erhebt sich am Horizont,
goldene Lichtreflexe erstrahlen im See.
Wer hat sich dieses Traumwiesen ausgedacht.
Nur die Natur kann so perfekt malen.

Hannelore Knödler-Stojanovic
( aus:  EIN MORGEN AM SEEROSENTEICH )

Lengmoos, Südtirol

Leipzig on Bike

Leipzig hat mich begeistert. Leipzig ist eine tolle reizvolle und trotz ihrer Größe doch sehr gemütliche Stadt, mit vielen Facetten gerade in den Stadtvierteln wie Südvorstadt, Connewitz, Plagwitz, Lindenau. Kein Stadtteil gleicht dem anderen.

Und Leipzig ist auch eine grüne Stadt mit einer Vielzahl an Parks, dem Wildpark, Flussläufe und Kanäle und der Seen der Neuseenlandschaft im umliegenden ehemaligen Kohleabbaugebiet. Mit Bike und Kamera lässt es sich auch in nur wenigen Tagen viele schöne Orte entdecken, abseits der zahlreichen Museen, weltberühmten Kultur-Institutionen der Stadt, dem Gewandhaus, der Alten Börse, der Oper Leipzig, der Nikolaikirche, der Thomaskirche mit ihrem berühmten Thomanerchor oder dem Auerbachs Keller mit Faust und Mephisto auf der einen Seite und raufenden Studenten auf der anderen Seite.

KarLi ist KULT

Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig – kurz nur KarLi. Bunt, bunter, Karl-Liebknecht-Straße! Die KarLi ist KULT!

Cafe Puschkin

Die Südvorstadt in Leipzig ist bekannt für ihre vielen Bars und Kneipen, Cafes und Restaurants, Lädchen, Weinläden und allerlei Schnickschnack. Dieses Viertel in unmittelbarer Nähe von Universität und Hochschule ist lebendig und bunt. Hier gibt es alles, was nicht nur das Studentenherz begehrt.

Kulturzentrum Feinkost

Die Feinkost Leipzig hat eine sehr lebhafte Vergangenheit. Einst als Brauerei erbaut, zogen später eine Konserven- und eine Marmeladenfabrik ein. Im 2. Weltkrieg dienten die Gebäude der Unterbringung von Zwangsarbeitern. In der DDR-Zeit wurden dann wieder Konserven auf dem nun volkseigenem Betrieb (VEB Feinkost Leipzig) produziert.


VEB FEINKOST LEIPZIG

Aus dieser Zeit stammt die Reklame „Löffelfamilie“. Vater, Mutter, Sohn, Tochter um einen Tisch sitzend, jeder mit einem Teller vor sich und einem Löffel in der Hand. Ihre Umrisse sind durch farbige Leuchten markiert. Durch Umschalten der Leuchtelemente wird der Eindruck eines unentwegten Löffelns erzeugt.

Nach der Wende wurde die Produktion eingestellt, die VEB Leipziger Feinkost aufgelöst und der gesamte Komplex saniert. Die Gebäude stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Heute ist Feinkost Leipzig ein vielfältiges Kulturzentrum, mit Lebensmittel- und Einzelhandelsgeschäften, Gastronomie sowie diversem Kunsthandwerk.

Der Innenhof überrascht mit einem ausgefallenen Gebäudemix, mit Graffitis, bunten Dekos und kreativ gestalteten Läden. Bei Mrs. Hippie im Second-Hand-Laden gibt es alternative Kleidung und coole Vintage-Klamotten.



Und auch Flohmärkte an jedem ersten Samstag im Monat, Sommerkino, Street-Food-Tage und Weihnachtsmärkte gehören zum kulturellen Angebot. Eine wirklich besondere Location.

Tagebau & Neuseenland

Der Braunkohlenlagerstättenkomplex erfasst große Teile der Leipziger Tieflandsbucht und unterlagert auch die Messemetropole selbst. Die ersten Abbauaktivitäten auf Braunkohle im Stadtgebiet sind bereits für 1704 belegt. Aber erst die einsetzende Industrialisierung mit einem erhöhten Brennstoffverbrauch und die Eisenbahn als Transportmittel brachten den Bedarf und so prägten ab ca. 1900 der Tagebau- und Tiefbau zunehmend das Umfeld der Stadt.

Die Planungen der DDR zum Braunkohlenabbau gingen bis zum Wildpark Connewitz. Dem Tagebau Zwenkau sollten bis 2015 auch der Ort Zwenkau und das westlich anschließende Eichholz zum Opfer fallen. Und für den Tagebau Espenhain existierten Abbauplanungen bis über das Jahr 2030 hinaus.

Leipzig wäre praktisch von ehemaligen und aktiven Förderstätten eingekreist gewesen. 

Mit der Wende 1989 änderten sich die Bedingungen für die Braunkohlenindustrie grundlegend. Der Bedarf für Brikettfabriken und Schwelereien brach innerhalb von kurzer Zeit zusammenbrach. Die Förderstätten in Stadtnähe wurden in rascher Folge geschlossen und in den Sanierungsbetrieb überführt. Nach der Böschungsbefestigung und Ufergestaltung für dauerhaft standsichere Verhältnisse erfolgte die Flutung der Tagebaurestlöcher.

Tiefe, dreckige, erdige Halden, klaffende Wunden metertief. Daneben große erdige Hügel unbrauchbarer Erde. Riesengroße Industriemaschinen, die die Braunkohle aus den Tiefen zu Tage fördern. Dazwischen kaum Natur. So sah es vielerorten im Süden Leipzigs vor einigen Jahrzehnten noch aus. Dutzende Dörfer mussten in den vergangenen Jahrzehnten für die Braunkohle  weichen.

Mittlerweile sind die Wunden der Tagebaurestlöcher verschwunden und lassen dank deren Flutung neue Biotope und Erholungsgebiete entstehen. Wo einst die Häuser und Kirchen standen, befinden sich heute Seen. Ihre Namen erinnern an längst verschwundene Orte.

Mit der Stillegung der Tagebaue Anfang 1990 wurde der Grundstein für das Leipziger Neuseenland gelegt. Bergleute, Kommunen, Regionalplaner, Tourismusexperten, Naturschützer, Wasserwirtschaftler und viele Experten mehr wirkten gemeinsam an der Gestaltung und Rekultivierung der Braunkohleregion mit.  

Die sogenannten Abbauhohlformen, die nach der Einstellung der Tagebaue im Braunkohlerevier übrig blieben, wurden nach der Flutung behutsam für Natur und Mensch rekultiviert. Es entstanden und entstehen noch Bergbaufolgeseen, die teilweise bereits mit Kanälen verbunden sind oder noch verbunden und mit den kleinen Flüssen und Kanälen der Stadt Leipzig verknüpft werden. Dadurch wird langfristig ein Gewässerverbund von Seen, natürlichen Fließgewässern und künstlichen Kanälen von rund 220 km Länge geschaffen.

Walls of Fame

Die Fuß- und Radwegunterführung an der Luitpoldbrücke in München ist seit 2011 eine Urban-Art-Galerie. Hier entstand eine der ersten „Walls of Fame“: Kuratiert und legal. Die Künstler bewerben sich und gestalten einen Abschnitt. Die meisten Werke bleiben zwei Jahre, dann bekommt ein anderer die Chance. Das allererste Werk von Lady Aiko, einer Künstlerin aus New York, ist nicht mehr da. Dafür ein Trabi von Mr. Woodland, Flamenco-Tänzerinnen von Loomit und Paradiesvögel von einer Lateinamerikanischen Künstlergruppe und vieles mehr.

Old Love Does Not Rust ~ Mr. Woodland
Loomit
Unbenannt

Loomit zählt zu den bekanntesten Sprayern Deutschlands. Seine Arbeiten sind in China, Südamerika, der Ukraine und in vielen Ländern Europas und den USA zu sehen. In München hat er die Unterführung am Friedensengel zusammen mit anderen nationalen und internationalen Graffiti Artists gestaltet.

Keine Wand ist als Untergrund wie die andere, jede ist unterschiedlich, sie sind glatt oder rauh oder voller Löcher, und manche saugen die Farbe wie ein Schwamm auf. Literweise Farbe und der Inhalt hunderter Spraydosen wurden in dem Tunnel zu Füßen des Friedensengels in Kunst verwandelt. 

Die Kraft der Farben

Der Paradiesvogel

Ich habe diesen Kunsttunnel durch Zufall durchfahren und auf die Schnelle ohne Hintergrundwissen nur eine kleine Ausfall der Graffitis festgehalten. „München ist ein Mekka für große und kleine, unbekannte und berühmte Graffiti Artists.“, sagt dazu das MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art, und lädt auf ihrer Webseite zu Führungen on Bike dazu ein, diese Kunst auf der Straße zu erkunden, eine Tour überall dorthin, wo die Wände blühen und leuchten. Vielleicht beim nächsten Mal in München.

„Projecto artE pORtas abErtas“

STREETART IN FUNCHAL MADEIRA  –  KUNST DER OFFENEN TÜREN

In der Rua de Santa Maria und den umliegenden Gassen in Madeiras Hauptstadt Funchal, kann man ein ganz besonderes Kunstprojekt bestaunen. Hier haben sich junge portugiesische Künstler zusammengetan, um den zunehmenden Verfall der alten Gassen entgegenzuwirken und sie lebendig zu gestalten. Es war das einstige Viertel der Handwerker und Fischer, die hier in der Altstadt ihre Häuser und Werkstätten hatten.

       

2011 begannen die Maler ca. 200 Haustüren und Tore mit Gemälden zu verzieren. Dies wiederum zog weitere Künstler und Galeristen an, die sich hier in der Gasse niederließen. Schnell folgten Restaurants und mit ihnen auch zahlreiche Besucher.

         

Die Rua de Santa Maria ist wie ein Open-Air-Kunstmuseum. Die Idee zu diesem Projekt hatte José Maria Montero Zyberchema. Das „Projecto artE pORtas abErtas“.